Häufig gestellte Fragen zum neuen EU-Reifenlabel (FAQ's)

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Wozu eine neue Regelung?
  • Zur Förderung von Reifen, die energiesparender, geräuschärmer und sicherer sind.
  • Um zu gewährleisten, dass dem Verbraucher eindeutige und identische Mindestinformationen für alle auf dem Markt erhältlichen Reifen zur Verfügung stehen.
Welche Kriterien wurden ausgewählt?

Es wurden die drei folgenden Kriterien berücksichtigt:

  • Rollwiderstand (Kraftstoffeffizienz)
  • Nasshaftung
  • Externes Rollgeräusch
Was ist der Rollwiderstand?

Der Rollwiderstand ist die Kraft, die entgegen der Rotation der Reifen wirkt.
Im Gegensatz zu einer Glasmurmel, die auf einer Marmorplatte rollt, benötigt ein Reifen einen bestimmten Weichheitsgrad, um Komfort und Haftung zu gewährleisten.
Diese Weichheit des Reifens führt zu einer Deformation des Teils des Reifens, der in Kontakt mit der Fahrbahn steht.
Bei jeder Reifenumdrehung wird der Reifen aufgrund des Gewichts des Fahrzeugs verformt. Eine solche wiederholte Verformung verbraucht eine Menge Energie: bei einem Pkw mindestens 20% der Kraftstoffenergie, die für eine Fahrt erforderlich ist (Dies entspricht einem ganzen Tank Benzin alle fünf Tankfüllungen!).

Wirkt sich der Rollwiderstand auf den Kraftstoffverbrauch aus?

Ja. Je höher der Rollwiderstand, umso mehr Energie verbraucht der Reifen. Zwischen einem mit "A" gekennzeichneten und einem mit "G" gekennzeichneten Reifen kann ein Unterschied des Kraftstoffverbrauchs von 7,5% liegen. Dies entspricht 50 Litern, die alle 10.000 Kilometer gespart werden können (hier wurde ein Pkw mit einem Verbrauch von 7 Liter / 100 km zugrunde gelegt).

Was bedeuten die Buchstaben "A" bis "G" in Bezug auf den Rollwiderstand?

"A" ist die beste Klasse, “G” die schlechteste. Zwischen einem "A"- und einem "G"-Reifen liegt ein Unterschied im Kraftstoffverbrauch von 7,5% und somit einem entsprechenden CO2 Ausstoß in die Umwelt.

Wie wird der Rollwiderstand gemessen?

Die Reifen werden an Fahrzeugen getestet, die sich auf zugelassenen Rollprüfständen befinden.
Der Rollwiderstand wird in Kilogramm pro Tonne (kg/t) angegeben. Die Klassen reichen von einfach bis doppelt.

Gibt es für den Rollwiderstand einen Grenzwert, unter dem man keinen Reifen kaufen sollte?

Die Sicherheit wird nicht berücksichtigt. Jeder Einzelne muss je nach Preis und anderen Kriterien entscheiden. Ungeachtet der Klasse des gewählten Reifens muss das Fahrzeug regelmäßig geprüft werden, damit Kraftstoffeinsparungen möglich sind:
In Bezug auf die Reifen:

  • Luftdruck (der auch zu Schwankungen des Kraftstoffverbrauchs von bis zu 6% beitragen kann)
  • Die Befüllung mit Stickstoff verringert Druckverluste und ermöglicht größere Zeitabstände zwischen den Prüfungen (alle 3 Monate)
  • Auswuchten
Was bedeutet Nasshaftung?

Es wird die Strecke gemessen, die zum Abbremsen von 60 km/h auf 20 km/h erforderlich ist. Diese Messung erfolgt in einer geraden Linie auf einer nassen Straße (variable Wassertiefe zwischen 0,5 und 2 mm).

Ist Nasshaftung das wichtigste Kriterium?

Von den drei Kriterien für das Reifenlabel ist die Nasshaftung dasjenige, das sich direkt auf die Sicherheit auswirkt.
Aus diesem Grund ist dieses Kriterium extrem wichtig. Beachten Sie jedoch, dass, egal welche Klasse der gewählte Reifen hat, die Haftung und Bremsqualität auch vom Reifendruck, dem Zustand der Bremsscheiben, dem Stand und der Qualität der Bremsflüssigkeit sowie dem Zustand der Stoßdämpfer abhängig sind.
Sie müssen immer daran denken, Ihr Fahrzeug regelmäßig zu prüfen oder prüfen zu lassen.

Worin liegt in Bezug auf die Nasshaftung der Unterschied zwischen einem mit „A” und einem mit „G” gekennzeichneten Reifen?

In Bezug auf die Nasshaftung wird es keine mit „G” gekennzeichneten Reifen geben. Die Reifenkennzeichnung endet bei „F“.
Zwischen einem Reifen der Klasse „A” und einem Reifen der Klasse „F” liegt ein Unterschied von 30% in Bezug auf den Bremsweg (mehr als 18 Meter bei 80 km/h)!

Gibt es in Bezug auf die Nasshaftung keine Reifen der Klasse „G”?

Nein. Das Kennzeichnungssystem basiert auf Indexabweichungen (von 1,55 bis 1,09).
Unter 1,09 werden alle Reifen mit „F” gekennzeichnet.

Wie wird die Nasshaftung gemessen?

Auf einer nassen Straße mit einem Wasserfilm zwischen 0,5 und 2 mm wird die Strecke ermittelt, die zum Abbremsen von 80 km/h auf 20 km/h erforderlich ist. Der Reifen wird gemäß den Ergebnissen einem Index zugewiesen. Dieser Index reicht von 1,09 bis 1,55.
Reifen mit einem Index von über oder gleich 1,55 werden mit „A“ gekennzeichnet, der besten Klasse.
Reifen mit einem Index von unter oder gleich 1,09 werden mit „F“ gekennzeichnet, der schlechtesten Klasse.

Wieso werden die Haftung auf trockener Fahrbahn oder die Kurvenhaftung nicht berücksichtigt?

Das Reifenlabel kann nicht alle Aspekte berücksichtigen. Es bietet Ihnen jedoch bereits einige erste Informationen. Natürlich gibt es auch noch andere Kriterien, die bei der richtigen Auswahl in Abhängigkeit von Fahrzeugnutzung und -verwendung zu berücksichtigen sind.

Was bedeutet externes Rollgeräusch?

Ein fahrendes Fahrzeug erzeugt einen bestimmten Geräuschpegel, der „außerhalb des Fahrzeugs“ wahrgenommen wird. Unter 50 km/h werden vor allem Motorgeräusche wahrgenommen. Über 50 km/h dominiert das Rollgeräusch der Reifen. Durch die Begrenzung der „Außengeräusche” der Reifen kann der Lärmpegel auf den Straßen reduziert werden.
In jedem Fall ist auch regelmäßig die Auspuffanlage zu prüfen. Auch die Auspuffanlage kann eine erhebliche Lärmquelle sein.
Der Reifendruck wirkt sich ebenfalls auf das Rollgeräusch der Reifen aus. Denken Sie daran, regelmäßig den Reifendruck zu kontrollieren.

Wozu wird das externe Rollgeräusch gemessen?

Das Ziel ist die Reduzierung der Lärmbelästigung.
Auf den Etiketten von Reifen wird der Lärmpegel außerhalb des Fahrzeugs bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h angegeben.
Über 50 km/h wird der Lärmpegel größer und übersteigt die Geräusche des Motors.

Wie wird das von den Reifen erzeugte externe Rollgeräusch gemessen?

Ein speziell ausgerüstetes Fahrzeug fährt auf einem vorgegebenen Straßenbelag. Bei 80 km/h wird der Motor ausgeschaltet und das Geräusch des „rollenden“ Fahrzeugs wird mit Mikrofonen gemessen, während das Fahrzeug direkt an diesen vorbeifährt. Dieser Geräuschpegel wird in Dezibel angegeben.

Wie wird das externe Rollgeräusch auf dem Etikett angegeben?

Das externe Rollgeräusch wird über die erzeugten Dezibel angegeben.
Achtung: Ein Unterschied von drei Dezibel entspricht einer Verdopplung des Lärmpegels.

Was bedeuten die Lautsprecher mit der schwarzen Schallwelle?

Sie geben die Bewertung des Lärmpegels gemäß den geltenden Vorschriften sowie gemäß den ab 2016 geltenden Vorschriften an:

  • 3 Wellen: Der Lärmpegel erfüllt die aktuellen Vorschriften, ist jedoch in Bezug auf die ab 2016 geltenden Vorgaben zu hoch.
  • 2 Wellen: Der Lärmpegel erfüllt die aktuellen Vorschriften und die ab 2016 geltenden Vorgaben.
  • 1 Welle: Der Lärmpegel ist ausgezeichnet: Er entspricht nicht nur den aktuellen Vorschriften, sondern liegt 3 Dezibel (oder mehr) unter dem für 2016 zulässigen Wert.
Was verursacht einen Lärmpegel von 70 Dezibel?

70 Dezibel (70 dB) entsprechen zum Beispiel dem Klingeln eines Festnetztelefons und 75 Dezibel (75 dB) dem Lärm eines Staubsaugers.
Das Dezibel ist eine besondere Maßeinheit: Alle 3 Dezibel verdoppelt sich der Lärmpegel.

Ist dieses neue Reifenlabel wirklich sinnvoll?

Die Industrie ist froh über die Einführung dieses neuen Reifenlabels.
Es lenkt die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf die Unterschiede zwischen den verkauften Reifen.
Außerdem hilft es dabei, die Qualität der verkauften Produkte zu verbessern.

Wie kann ich sicher sein, die richtige Wahl zu treffen?

Zusätzlich zu den drei auf dem Etikett angegebenen Kriterien müssen Sie noch die Langlebigkeit (diese kann sich je nach Marke sogar verdoppeln!), die Art Ihres Fahrzeugs und Ihren Fahrstil berücksichtigen. Des Weiteren müssen Sie in Betracht ziehen, wie Sie Ihr Fahrzeug am häufigsten verwenden.
Kontaktieren Sie am besten einen Spezialisten.

Ermöglicht das neue Reifenlabel die Wahl eines Reifens?

Für die Auswahl des für die Anforderungen des jeweiligen Verbrauchers geeigneten Reifens müssen zahlreiche Kriterien berücksichtigt werden. Dazu zählen die Kriterien auf dem Etikett und andere, nicht in dieser Vorschrift angegebene Kriterien, wie Langlebigkeit oder Kurvenhaftung. Dabei dürfen Sie jedoch nicht die Verwendung des Fahrzeugs außer Acht lassen.

Diese Kriterien werden mit neuen Reifen gemessen und bewertet. Wie sind diese Eigenschaften im Laufe der Zeit zu beurteilen?

Der Unterschied liegt in der Herstellungsqualität, der richtigen Passform für das jeweilige Fahrzeug und der jeweiligen Nutzung sowie in der Qualität der Einstellungen und der Services (vor allem Luftdruck und Auswuchten).
Holen Sie sich diesbezüglich professionellen Rat.

Sind auch andere Kriterien zu berücksichtigen?

Ja. Diese können von Fahrer zu Fahrer unterschiedlich sein und richten sich nach der Nutzung, dem Fahrverhalten usw. Die Kilometer-Laufleistung ist ebenfalls ein entscheidendes Kriterium, um z. B. direkt die Preise zu vergleichen. Die Haftung auf trockener bzw. verschneiter Fahrbahn beim Geradeausfahren ist ein Kriterium, das in Bezug auf die Sicherheit berücksichtigt werden muss.

Welche Kriterien wurden für das neue Reifenlabel nicht ausgewählt, sollten jedoch dennoch berücksichtigt werden?

Die wichtigsten Kriterien sind:

  • Langlebigkeit
  • Haftung auf trockener Fahrbahn
  • Straßenlage auf nasser Fahrbahn in Kurven
  • Straßenlage bei winterlichen Bedingungen

Die Wichtigkeit dieser Kriterien kann je nach Fahrzeug und Verwendung variieren.

Warum berücksichtigt das neue Reifenlabel nicht die Langlebigkeit?

Es existiert heutzutage kein angemessen einfaches und gleichzeitig präzises Testverfahren für alle auf dem Markt erhältlichen Reifen.

Wie kann ich meine Reifen richtig pflegen?

Sie sollten regelmäßig den Reifendruck prüfen und die Reifen auswuchten lassen, auch den Ersatzreifen.
Sollten Sie dies nicht selbst durchführen können, überlassen Sie dies einem Experten.
Einige dieser Experten können eine umfassende Diagnose erstellen (gleichmäßige Abnutzung, Auswuchten, Zustand des Bremssystems etc.). Dadurch können Sie sicher und mit ruhigem Gewissen fahren.

Welche Kriterien sollten bevorzugt berücksichtigt werden?

Sicherheit sollte unter allen Umständen die oberste Priorität haben. Die Haftung, Bremsleistung und das Handling sollten ebenfalls bevorzugt werden. Die Einstellungen sollten in Übereinstimmung mit der Verwendung und dem Fahrzeugtyp erfolgen. Zuguterletzt sollte auch auf die Langlebigkeit geachtet werden, da sie sich am meisten auf den Preis pro Kilometer auswirkt.

Sollte ich mich, abgesehen von der Berücksichtigung des Lärmpegels, in Bezug auf die beiden anderen Kriterien für einen Reifen der Klasse „A“ entscheiden, um die richtige Entscheidung zu treffen?

Nein. Mit zwei Klassen „A“ verfügen Sie über die beste Leistung in Sachen Kraftstoffeinsparung und Nasshaftung. Diese Leistung muss im richtigen Verhältnis zu den Anforderungen Ihrer eigenen Fahrzeugnutzung und zum Preis eines Reifen dieser Qualität stehen.
Damit Sie ganz sicher die richtige Wahl treffen, müssen Sie auch die Langlebigkeit berücksichtigen.

Ist es dasselbe System wie für Haushaltsgeräte?

Mehr oder weniger. Für Reifen werden nur drei Kriterien berücksichtigt. Käufer sollen noch mehr in Bezug auf Sicherheit und Umweltschutzaspekte sensibilisiert werden.

Welche Kriterien sollte ich besonders berücksichtigen, wenn ich vorrangig in der Stadt fahre?

In der Stadt fahren Sie mit einer Geschwindigkeit von unter 50 km/h. Das Rollgeräusch der Reifen ist daher nicht sehr laut. Daher hat dieses Kriterium nicht die oberste Priorität. Für Fahrten im Stadtverkehr sind der Bremsweg bei allen Gegebenheiten (trockene, nasse und rutschige Fahrbahn) und Langlebigkeit weitaus wichtiger.

Welche Kriterien sollte ich besonders berücksichtigen, wenn ich vorrangig auf Autobahnen fahre?

Die wichtigsten Kriterien sind hier der Rollwiderstand, um Kraftstoff zu sparen und die CO2 Emissionen zu senken, die Langlebigkeit in Bezug auf die Kosten pro Kilometer und natürlich die Sicherheit in Hinblick auf den Bremsweg und die Haftung auf nasser/trockener Fahrbahn.

Wo wird das Etikett angebracht?

Das Etikett wird auf die Reifen von Fahrzeugen (und leichten Nutzfahrzeugen) geklebt. Die Informationen werden auch in Verkaufsunterlagen und im Internet verfügbar sein.

Welche Organisationen führen die Tests durch und sind dies unabhängige Unternehmen?

Die Hersteller führen die Tests selbst gemäß einer gesetzlich vorgeschriebenen Methodologie durch. Unabhängige Prüfeinrichtungen führen zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal Prüfungen durch.

Sind alle Reifen betroffen?

Diese neue Vorschrift betrifft Reifen für Pkw, leichte Nutzfahrzeuge, Lkw, Reisebusse und Omnibusse.
Folgende Reifen sind nicht von der neuen Vorschrift betroffen:

  • runderneuerte Reifen
  • professionelle Reifen, die nicht auf der Straße verwendet werden (z. B. Off-Road Reifen mit sehr großer Haftung)
  • Reifen, die bei Wettbewerben eingesetzt werden
  • Spikereifen (Achtung: Reifen, die mit Spikes ausgestattet werden können, jedoch ohne Spikes geliefert werden, unterliegen der Vorschrift)
  • Ersatzreifen (Noträder des Typ T), die nur vorübergehend verwendet werden
  • Reifen, die auf Fahrzeugen mit Erstzulassung vor dem 1. Oktober 1990 montiert werden
  • Reifen mit einer zulässigen Geschwindigkeit von weniger als 80 km/h
  • Reifen mit einem Felgendurchmesser von kleiner/gleich 254 mm (10 Zoll) oder größer/gleich 635 mm (25 Zoll)
Ist dieses Etikett ein Öko-Etikett wie das für Haushaltsgeräte?

Das Ziel besteht darin, Reifen zu fördern, die sicherer und umweltschonender sind. Zwei der drei Kriterien zielen auf diese Umweltaspekte ab: der Rollwiderstand und das externe Rollgeräusch.

Wofür wird das neue europäische Reifenlabel verwendet?

Es informiert die Verbraucher über Sicherheit und Umweltaspekte von Pkw- und Lkw-Reifen.

Wie viele Länder sind davon betroffen?

Alle 27 Länder der Europäischen Union.

Wann wird das neue Reifenlabel für Reifen eingeführt?

Ab November 2012 ist das System in allen Ländern der Europäischen Union zwingend vorgeschrieben.
Die Hersteller dürfen ab dem 30.05.2012 die Testergebnisse bekannt geben.